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Gefangenenaustausch zwischen USA und Iran: Nähern sich Teheran und Washington einem großen Deal?

Die USA und Iran haben sich auf einen Gefangenenaustausch verständigt. Im Gegenzug für die Freilassung der US-Bürger in Iran werden iranische Gelder in Höhe von sechs Milliarden Dollar in Südkorea freigegeben.
Gefangenenaustausch zwischen USA und Iran: Nähern sich Teheran und Washington einem großen Deal?Quelle: AFP © Khamenei.ir

Nach der Freilassung fünf inhaftierter US-Amerikaner aus einem Gefängnis in Iran wachsen die Hoffnungen auf einen baldigen Gefangenenaustausch. Auch in den USA inhaftierte Iraner könnten dabei freikommen. Es handle sich um einen wichtigen ersten Schritt, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Donnerstag. "Sie sind aus dem Gefängnis raus, aber sie sind nicht aus Iran raus." Die Verhandlungen mit Teheran laufen weiter, so Kirby. Er bestätigte, dass die Freigabe von sechs Milliarden US-Dollar (5,46 Milliarden Euro) eingefrorenen Vermögens Irans Teil eines möglichen Deals sein könnte.

Teheran hat seinerseits erklärt, dass das Verfahren zur Freigabe iranischer Gelder im Wert von 6 Mrd. USD, die in Südkorea unter dem Vorwand von US-Sanktionen illegal blockiert wurden, im Gange sei. Das iranische Außenministerium äußerte sich am Donnerstag in einer Erklärung, nachdem in verschiedenen Medien bekannt geworden war, dass Iran und die USA einen Gefangenenaustausch vereinbart haben, der auch die Freigabe iranischer Gelder vorsieht.

Der ehemalige US-Vize-Präsident Mike Pence kritisierte die Pläne. US-Präsident Joe Biden habe "die größte Lösegeldzahlung in der amerikanischen Geschichte genehmigt", schrieb der Republikaner im Kurznachrichtendienst X. 

Vor diesem Hintergrund sagten zwei nicht namentlich genannte israelische Beamte, dass ein am Donnerstag angekündigter Gefangenenaustausch zwischen den USA und Iran Teil einer größeren Reihe von Absprachen zwischen Teheran und Washington sei, die auf eine informelle Vereinbarung zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms hingearbeitet haben.

Zwei hochrangige israelische Verteidigungsbeamte erklärten gegenüber der New York Times, der Gefangenenaustausch gehe auf Vereinbarungen zurück, die zwischen den USA und Iran bei indirekten Gesprächen im Oman ausgearbeitet worden seien.

Iran und die USA schienen sich an die in Oman ausgearbeiteten informellen Vereinbarungen zu halten, die unter anderem vorsehen, dass Iran die Weiterentwicklung seines Atomprogramms einschränke und seine Stellvertreter im Irak und in Syrien daran hindere, US-Streitkräfte anzugreifen, kommentierte The Times of Israel.

Die iranische UN-Vertretung erklärte, dass, falls das Abkommen zustande komme, das eingefrorene iranische Vermögen auf ein Konto in Katar überwiesen, bevor es an Iran weitergeleitet werde. Die endgültige Überweisung des Geldes und die endgültige Freilassung der Gefangenen werden aufgrund der komplizierten Natur der Finanztransaktionen etwa im nächsten Monat erwartet, so iranische Beamte gegenüber The Associated Press.

Es drohte vor Kurzem eine neue Eskalationsstufe zwischen Iran und USA, nachdem das Pentagon weitere Kampfjets und Kriegsschiffe in die Straße von Hormus entsandt hatte, um Tanker vor deren Festsetzung durch Iran zu schützen. Als Gegenreaktion startete Teheran eine großangelegte Luftwaffenübung am Persischen Golf.

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