
Angst und Sorge um Familie – Spiegel-Leak sorgt für Aufregung rund um Linken-Politikerin Eralp

Die Berliner Linken-Politikerin und Bürgermeisterkandidatin Elif Eralp erlebt im Rahmen der schwierigen inhaltlichen Gesprächsverläufe bei den Koalitionsverhandlungen einen medienpolitischen Super-Gau. Die geplante Spiegel-Veröffentlichung eines Interviews mit der potenziellen kommenden Bürgermeisterin der Hauptstadt erfährt durch einen falschen Mailanhang ihres Pressesprechers an die Redaktion kontroverse Wahrnehmungen. Laut Eralp hätte sie der Interviewanfrage "niemals zusagen dürfen".
Das Spiegel-Hauptstadtbüro erhielt laut Artikel (Bezahlschranke) am 28. Oktober eine Antwortmail von der Presseabteilung der Linken-Politikerin Elif Eralp, die "sicherlich nicht wollte, dass sie verschickt wird". Der Mail war ein Dokument angehängt, in dem ihre persönlichen Korrekturen und Kommentare zum Interview mit dem Hamburger Magazin nachzulesen waren, als so weit üblicher Vorgang einer Autorisierung vor Veröffentlichung.

Die Mail enthielt demnach ein Dokument mit Eralp-Ergänzungen zum Interviewtext, laut denen sie Sorge und Angst "um sich selbst und ihre Familie" äußerte. Das Dokument lege offen, so die Spiegel-Darlegung, "wie es wirklich um die innere Sicherheit in Deutschlands Hauptstadt bestellt ist".
Das Word-Dokument enthalte demnach "Kommentare, Streichungen, Anmerkungen", die laut Artikel von Eralp, ihrem Sprecher "und mindestens einer weiteren Person" korrigierend erfolgten.
Laut weiterer Darlegung hätten Eralp und ihr Mann, so ein Zitat aus dem Dokument, "Angst vor diesen Leuten". Damit gemeint wären demnach "propalästinensische Terrorsympathisanten mit Kontakten zur Hamas", so die Spiegel-Formulierung.
Die potenzielle kommende Regierende Bürgermeisterin habe damit laut den Auswertungen aller Ergänzungen "offensichtlich so viel Furcht vor ihnen, dass sie nicht einmal deren Namen nennen, nicht öffentlich über sie sprechen will". Das Spiegel-Resümee lautet:
"Dadurch ist ungeschönt festgehalten, wie die Frau, die Berlin regieren will, sich wirklich in dieser Stadt fühlt: nicht mehr sicher. Sie hat Angst vor Leuten, mit denen manche ihrer Parteifreunde enge Kontakte pflegen."
Diese Formulierung bezieht sich dabei auf den medienpolitisch kontrovers wahrgenommenen Linken-Bezirksverband in Neukölln. Im Gesamtbild zeige sich in der Stadt die Situation, so der Spiegel, dass "es seit Langem in der Hauptstadt als offenes Geheimnis gilt, dass die Sicherheitsbehörden die Lage hier nur noch mit Mühe in den Griff bekommen", dies in Bezug auf mehrere Stadtteile, "Straßenzüge und Milieus, in denen der Staat um die Kontrolle kämpfen muss".
Ein weiteres Original-Zitat lautet demnach:
"Ich kann mich und meine Familie nicht für den Spiegel in Gefahr bringen."
Das ist dramatisch. https://t.co/7n24dEAxV8
— Miriam Hollstein (@HollsteinM) October 29, 2026
Dies wiederum bezieht sich auf direkte Fragen im Interview hinsichtlich unterstellter direkter Verbindungen der Linken-Partei zu dem "Terrorsympathisanten Ibrahim Ibrahim". Zu dieser Interviewpassage heißt es demnach in dem Linken-Dokument, dass "augenscheinlich Eralp eine Anmerkung in den Text geschrieben" habe:
"'Es gibt ein PROBLEM', steht da in eckigen Klammern. Eralp nennt dann den Vornamen eines Mannes und schreibt, er 'möchte nicht, mein Mann, und ich auch nicht, konkrete Namen nennen, er hat Angst vor diesen Leuten und ich auch'."
Eralp hätte dann weiter in dem Dokument Bezug "auf eine Empfehlung" genommen, die ihr "offenbar das Landeskriminalamt in der Vergangenheit gegeben" hatte, dies zu ihrem öffentlichen Umgang mit dem Thema Organisierte Kriminalität (OK). Dazu heißt es weiter:
"Das LKA hat damals gesagt, sie empfehlen, nie konkrete Namen zu nennen. Damals ging es um OK. Jetzt geht’s um Leute mit Kontakten zur Hamas. Ich kann mich und meine Familie für den Spiegel nicht in Gefahr bringen. Was machen wir jetzt? Das ganze Interview stornieren?"
Es ist ein Alarmsignal für die liberale Demokratie, wenn sich nicht einmal mehr Politiker aus Angst vor Gewalt trauen, ihre Meinung offen zu sagen. Dabei ist es völlig egal, ob ich Frau Eralps Meinungen teile oder ihre Partei zu den Zuständen beiträgt. https://t.co/89zyGqk3W7
— Marco Buschmann (@MarcoBuschmann) October 29, 2026
Als abschließendes Resümee der Auswertung erklärt die Spiegel-Redaktion zu den ausführlichen, längeren Darlegungen aus dem Dokument, dass das, "was sich in den wenigen Sätzen der Elif Eralp" präsentiere, "ein Abgrund" sei.
Verantwortung heißt auch, keine Angst davor zu haben, Probleme und Wahrheiten klar zu benennen. Natürlich darf es nicht sein, dass Politikerinnen und Politiker um ihre Familie oder um sich selbst fürchten müssen. Das gilt selbstverständlich auch für Frau Eralp. Im Umfeld der Berliner Linken bewegen sich Menschen, die die Sicherheit Berlins gefährden und die öffentliche Ordnung bewusst angreifen wollen. Deshalb ist es so wichtig, den Verfassungsschutz und die Berliner Polizei zu stärken. Die Antwort darauf darf niemals sein, wegzuschauen oder zu schweigen und schon gar nicht, die Probleme zu leugnen, wie es Teile der Berliner Linken tun. Die Antwort muss sein: Probleme klar, offen und ehrlich benennen, Polizei, Verfassungsschutz und Justiz in ihrer Arbeit stärken und die Mittel des Rechtsstaats konsequent nutzen. Schützen müssen wir nicht diejenigen, die organisierte Kriminalität betreiben oder Terror verherrlichen, sondern unsere Polizei, den Verfassungsschutz und die Justiz. Für mich gilt, was immer gegolten hat: Wer Terror verherrlicht, wer Jüdinnen und Juden bedroht, wer kriminelle Strukturen aufbaut, darf in unserer Stadt keinen Platz und schon gar nicht im Umfeld von Parteien, die Berlin regieren wollen haben. Eine Regierung muss sich jederzeit an Recht und Gesetz halten und Extremisten und Kriminellen entschlossen entgegentreten. Sie darf niemals ihr Handeln von diesen Strukturen abhängig machen - schon gar nicht darf sie sich vor ihnen fürchten. Die Berlinerinnen und Berliner müssen sich darauf verlassen können.
— Kai Wegner (@kaiwegner) October 29, 2026
In einer Stadt, in der die potenzielle nächste Bürgermeisterin "so etwas schreibt, und zwar nicht in ihr Tagebuch, sondern in ein Dokument, das sie mit den eigenen Leuten teilt, mit ihrem Sprecher, ihrer Landesvorsitzenden", könne nach den Auswertungen "von innerer Sicherheit nicht mehr ernsthaft die Rede sein".
Dies sei der entscheidende Grund für die Spiegel-Redaktion gewesen, "den Vorgang öffentlich zu machen".
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