Nahost

Irakischer Sender zeigt erstmals entführte russisch-israelische Staatsbürgerin

Erstes Lebenszeichen von einer im März entführten Russin: Ein irakischer Sender hat ein Video veröffentlicht, das die Forscherin zeigt. Vor der Kamera spricht sie über ihre Arbeit für israelische und US-Geheimdienste und kritisiert Israel für sein Vorgehen im Gazastreifen.
Irakischer Sender zeigt erstmals entführte russisch-israelische StaatsbürgerinQuelle: AFP © AHMAD MOHAMAD

Der irakische Fernsehsender Al Rabiaa hat die russisch-israelische Wissenschaftlerin Jelisaweta Zurkowa (Elizabeth Tsurkov) gezeigt, die vor mehr als sieben Monaten im Irak entführt worden war.

In einem am Montag veröffentlichten Video spricht Zurkowa Hebräisch. Sie bezieht sich dabei auf den Krieg zwischen Israel und der Hamas, was darauf hindeuten könnte, dass die Aufnahmen relativ neu sind. Die Forscherin erzählt vor der Kamera, wie sie im Irak Demonstrationen organisierte, um einen internen Konflikt im Land zu provozieren. Sie sagt auch, dass sie für den Mossad und die CIA in Syrien gearbeitet hat. Die Ereignisse im Gazastreifen bezeichnet sie als "dumme Führungspolitik" der israelischen Regierung. Israel unternehme nichts, um sie zu befreien, kritisiert sie. Sie appelliert auch an ihre Familie, sich für ihre Freilassung einzusetzen.

Israelischen Medienberichten zufolge war sie in den Irak gereist, um für ihre Doktorarbeit an der Princeton University zu forschen. Da israelischen Staatsbürgern die Einreise in den Irak verboten ist, soll sie ihren russischen Pass benutzt haben. Sie ist Expertin für Syrien und verschiedene extremistische Gruppen im Nahen Osten. Sie hatte den Irak und Syrien bereits mehrfach besucht.

Ihre letzte Nachricht auf Twitter stammt vom 21. März. Ihr Arbeitgeber, das Newlines Institute for Strategy and Policy, teilte mit, dass sie zuletzt am 19. März kontaktiert hätten. Zurkowa habe erzählt, sie habe genug von der Feldforschung im Nahen Osten und wolle an die Princeton University zurückkehren, um ihre Doktorarbeit zu schreiben. "Keine Feldarbeit mehr", habe sie damals gesagt. 

Die Schwester der vermissten Forscherin bestätigte gegenüber der israelischen Zeitung Haaretz, dass die gesamte Familie neben der israelischen auch die russische Staatsbürgerschaft besitzt. Ihre Eltern seien Dissidenten gewesen, da sie die mangelnden Freiheiten in der Sowjetunion kritisiert hätten. Im Jahr 1990 verließen sie die UdSSR und verloren ihre sowjetische Staatsbürgerschaft, im Jahr 2001 erhielten sie die russische.  

Im Juni erklärte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, dass Zurkowa am Leben sei und von der schiitischen Gruppe Kataib Hisbollah festgehalten werde. Für ihre Sicherheit sei der Irak verantwortlich. Im Juli gaben die irakischen Behörden bekannt, dass sie eine Untersuchung der Entführung eingeleitet hätten.

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