
Amokfahrt beim CSD: Ein Toter, 14 Verletzte – Fahrer flüchtig

Der Christopher Street Day in Berlin ist am Samstagabend in einer Tragödie geendet. Gegen 22 Uhr fuhr ein weißer Kleintransporter mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge im Großen Tiergarten.
Eine Person starb trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen, 14 weitere Menschen wurden verletzt. Der Fahrer flüchtete nach dem Unfall zu Fuß. Die Veranstaltung wurde unmittelbar abgebrochen.
Der Vorfall ereignete sich im Bereich der Lennéstraße nahe dem Tiergarten. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei fuhr der weiße Lieferwagen in den Parkbereich und erfasste mehrere Menschen. Während der anschließenden Flucht prallte das Fahrzeug offenbar gegen einen Baum.
Der Fahrer verließ den beschädigten Transporter und setzte seine Flucht zu Fuß fort. Bilder in sozialen Netzwerken zeigen das stark beschädigte Fahrzeug, das nach dem Aufprall zurückblieb.
VAN DRIVES INTO PRIDE PARADE IN BERLIN, LEAVING MULTIPLE PEOPLE INJURED
— Russian Market (@runews) July 25, 2026
A vehicle drove into a crowd during Berlin’s Christopher Street Day #CSD Pride celebrations on Saturday evening, injuring several people and triggering a large emergency response in the German capital.
The… pic.twitter.com/17VBHcx9nF
Die Berliner Polizei bestätigte den Einsatz und erklärte:
"Mutmaßlich ist hier ein Fahrzeug in den Tiergarten eingefahren, hat mehrere Personen angefahren und dabei verletzt. Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen."
Eine Person konnte trotz Wiederbelebungsversuchen nicht gerettet werden. 14 Verletzte wurden von Rettungskräften versorgt, darunter auch schwer verletzte Menschen. Mehr als 150 Kräfte der Berliner Feuerwehr waren im Einsatz.
⚡️NEW: A vehicle drove into a crowd near Berlin's Christopher Street Day (CSD) event around 10:00 p.m., injuring multiple people.
— The Global Monitor (@theglobal4u) July 25, 2026
Police have not yet confirmed the cause or motive.
Emergency services declared a mass casualty incident and deployed dozens of responders.
The…
Für die Versorgung der Verletzten richteten die Rettungskräfte einen Hubschrauberlandeplatz ein. Mehrere Rettungswagen brachten Verletzte zunächst in Richtung Reichstag, von wo aus schwer verletzte Personen mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser transportiert werden sollten. Gleichzeitig unterstützte ein Polizeihubschrauber die Fahndung nach dem flüchtigen Fahrer.
Nach dem Vorfall reagierten Veranstalter und Sicherheitskräfte umgehend. Die Besucher im Bereich vor dem Brandenburger Tor wurden aufgefordert, das Gelände ruhig und geordnet zu verlassen. Polizei und Organisatoren baten die Menschen, den Bereich rund um die Siegessäule und den Tiergarten zu meiden.

Bereits am Nachmittag hatte es entlang der CSD-Route einen weiteren Zwischenfall gegeben. Aus einer Wohnung heraus sollen Teilnehmer sowie zwei Polizeibeamte mit einer Softairwaffe beschossen worden sein. Vier Menschen erlitten dabei leichte Verletzungen. Zur Absicherung der Großveranstaltung waren rund 2200 Polizeikräfte im Einsatz.
Unter dem Motto "Haltung ist hot" hatten bei sommerlichen Temperaturen hunderttausende Menschen an der Parade durch die Berliner Innenstadt teilgenommen. Insgesamt beteiligten sich 83 Fahrzeuge und 55 Fußgruppen am Umzug. Auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner fuhr zeitweise auf einem städtischen Festwagen mit. Die Organisatoren bezeichneten den CSD als eine der größten Veranstaltungen für Vielfalt, Gleichberechtigung und Menschenrechte in Europa.
Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Noch ist unklar, ob der Fahrer gezielt handelte, ob er allein unterwegs war und welches Motiv hinter der Tat stehen könnte. Zeugen, die Hinweise zum Fahrzeug, zum Fahrer oder zum Ablauf des Geschehens geben können, werden gebeten, sich bei der Berliner Polizei zu melden.
Der 48. Christopher Street Day in Berlin, der erstmals über zwei Tage stattfand, endete damit nicht mit einer ausgelassenen Abschlussfeier, sondern mit Tod, Verletzten und großer Bestürzung.
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