Wirtschaft

Krisen- und Insolvenzticker – Autozulieferer Eissmann meldet samt Tochterfirmen Insolvenz an

Die deutsche Wirtschaft kriselt. Unter dem Druck dramatisch steigender Energiekosten und anderer ungünstiger Rahmenbedingungen sind seit 2022 tausende Unternehmen insolvent gegangen. Wir fassen in diesem Ticker die wichtigsten Entwicklungen und Neuigkeiten zusammen.
Krisen- und Insolvenzticker – Autozulieferer Eissmann meldet samt Tochterfirmen Insolvenz an© Webseite Eissmann
  • 1.03.2024 13:53 Uhr

    13:53 Uhr

    Autozulieferer Eissmann meldet samt Tochterfirmen Insolvenz an

    Der Automobilzulieferer Eissmann Automotive Deutschland GmbH aus Bad Urach (Landkreis Reutlingen) sowie die wichtigsten deutschen Tochtergesellschaften haben am Mittwoch beim Amtsgericht Tübingen einen Insolvenzantrag gestellt. 

    Laut der Website Automobil-Industrie sind damit rund 1.000 Arbeitsplätze in Deutschland bedroht. Dies beträfe damit allein die deutschen Angestellten. Medienberichten zufolge beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund "5.000 Mitarbeiter an 17 Standorten weltweit". Laut WirtschaftsWoche will die Geschäftsführung die Auslandsgesellschaften jedoch "aus dem Insolvenzverfahren heraushalten" (Bezahlschranke).

    Zu der vordergründigen Produktpalette gehören "Verkleidungskomponenten wie Mittelkonsolen, Instrumententafeln, Armauflagen, Türverkleidungen, Sitzrückenschalen und Driver Airbags". 2021 erzielte das Unternehmen demnach noch einen Umsatz von 367 Millionen Euro. Eissmann Automotive arbeitete nach eigenen Angaben mit "allen namhaften Automobilherstellern und -zulieferern zusammen", wie es auf der Website der Firma heißt.

    Der SWR berichtet zu der Insolvenzankündigung von Eissmann, dass zudem "bei Konzernen wie Bosch und ZF Friedrichshafen derzeit Tausende Arbeitsplätze abgebaut werden oder zur Disposition stehen".

  • 29.02.2024 10:18 Uhr

    10:18 Uhr

    Baugenehmigungen auf Zehn-Jahres-Tief

    Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohngebäude in Deutschland ging 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 26,6 Prozent zurück, meldete das statistische Bundesamt. Damit lag die Zahl der Baugenehmigungen so niedrig wie zuletzt 2014.

    Auch bei den Genehmigungen für gewerbliche Gebäude gab es einen deutlichen Rückgang um 15,7 Prozent, darunter am stärksten für Büro- und Verwaltungsgebäude mit einem Schwund um 34,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Im Wohnungsbau sank vor allem die Zahl der Bauanträge von Privatpersonen, die besonders stark um 42,2 Prozent absackten. Bei Unternehmen betrug der Rückgang 20,3 Prozent, bei der sogenannten öffentlichen Hand 12,1 Prozent. Dieser Rückgang der Baugenehmigungen alarmiert vor dem Hintergrund einer sich immer weiter verschärfenden Wohnungsnot: In den letzten Tagen hatte selbst die Immobilienwirtschaft erklärt, in Deutschland würden 600.000 Wohnungen fehlen, auch wenn die Zahlen der Wohnungslosenhilfe seit Jahren weit höher liegen.

  • 27.02.2024 20:56 Uhr

    20:56 Uhr

    Alarmstimmung in Südbrandenburg: Letzter Solarglashersteller in Deutschland könnte bald schließen

    Wie der Spiegel meldet, steht es kritisch um den letzten in Deutschland verbliebenen Hersteller von Solarglas für Photovoltaikanlagen. Borosil, die indische Mehrheitseigentümerin der Glasmanufaktur Brandenburg (GMB) in Tschernitz nahe der Grenze zu Polen, habe an die Bundesregierung einen "Brandbrief" geschickt, der dem Magazin vorliege.

    Solarmodule, die für die von der Berliner "Ampelkoalition" favorisierte sogenannte Energiewende erforderlich sind, benötigen Flachglas, das in Tschernitz produziert wird. In dem Schreiben des Unternehmens, das an Wirtschaftsminister Robert Habeck, Umweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne), Finanzminister Christian Lindner (FDP) sowie an die Parteiführungen von SPD, Grünen, FDP, Union und Linken gerichtet sei, werden "kurzfristig wirksame Stützungsmaßnahmen" eingefordert. Ohne staatliche Hilfen könne man die Flachglasproduktion in Tschernitz nicht weiterführen. Bis März sei eine staatliche Unterstützungszusage erforderlich. Weiter heißt es in dem Schreiben:

    "Sollten im März keine Entscheidungen zur Unterstützung der deutschen Solarindustrie erfolgen, muss Borosil die Produktion in Tschernitz einstellen und die GMB schließen."

    Christian Kern, bis 2017 österreichischer Bundeskanzler und gegenwärtig Verwaltungsratschef des GMB-Mutterkonzerns Interfloat, habe gegenüber dem Spiegel unterstrichen, dass GMB der größte Arbeitgeber in der Region sei und dass im Falle einer Einstellung der Produktion bis zu 300 Arbeitsplätze unmittelbar betroffen wären.

    Seit Monaten erhält die Bundesregierung Warnsignale aus der verbliebenen deutschen Glasindustrie (RT DE berichtete), hat jedoch so gut wie nichts unternommen, um die bedrohten Unternehmen zu stützen.

    Borosil habe in dem erwähnten Schreiben unterstrichen, noch in den vergangenen Monaten 50 Millionen Euro in die Modernisierung des Werkes in Tschernitz investiert zu haben. Man habe auf die Signale aus der Politik vertraut, die deutsche Glasindustrie zu stützen, wäre sogar bereit gewesen, weitere 120 Millionen Euro in die Verdoppelung der Produktionskapazitäten zu stecken.

    Erst in der vergangenen Woche hatte der Schweizer Solarmodulhersteller Meyer Burger angekündigt, sein Werk im sächsischen Freiberg im April zu schließen.

    Die deutschen Glashersteller leiden unter enorm gestiegenen Kosten für Gas, seit die Bundesregierung die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 unterband und Sanktionen gegen Nord Stream 1 sowie gegen Energieimporte aus Russland in Kraft setzte. Aus produktionstechnischen Gründen ist es nicht möglich, die zur Glasherstellung verwendeten Wannen anders als mit Gas auf die erforderliche Temperatur von 1.600 Grad Celsius zu erhitzen. Die Gaspreise liegen immer noch deutlich über dem Vorkrisenniveau.

    Aufgrund der veränderten Wettbewerbslage können die deutschen Hersteller kaum noch gegen deutlich günstigere chinesische Solarprodukte konkurrieren. Ungeachtet aller Berliner Ankündigungen und Bekenntnisse aus Habecks Ministerium, eine eigenständige deutsche Photovoltaikindustrie im Lande zu halten, habe sich die "Ampelkoalition" noch nicht auf Fördermaßnahmen einigen können.

  • 22.02.2024 21:53 Uhr

    21:53 Uhr

    Ein Tag – sechs Unternehmensinsolvenzen 

    Gleich sechs Insolvenzen mittelständischer Unternehmen meldet die deutsche Presse am Donnerstag. 

    In Baden-Württemberg hat es nach dem Raumausstatter TTL aus Heidenheim nun auch die traditionsreiche Knäble-Gruppe mit Hauptsitz in Biberach im Kinzigtal erwischt. Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Offenburg Insolvenz in Eigenregie angemeldet, so rp-online. Betroffen sind in den fünf Gesellschaften der Gruppe insgesamt rund 150 Mitarbeiter.

    In Recklinghausen, Marl und Datteln erschüttert laut örtlicher Presse der Insolvenzantrag eines Unternehmers mit sechs Restaurants die gastronomische Szene.

    Überregional macht die Insolvenz des Paketdienstleisters Sendmepack von sich reden. Das Unternehmen galt noch vor kurzem als ein erfolgreiches Start-up, das Gründerpaar wurde durch einen Auftritt in der TV-Show "Die Höhle der Löwen" (DHDL) deutschlandweit bekannt. Sendmepack frischt gebrauchte Versandkartons auf, verkauft sie an Händler weiter und reduziert so Karton-Abfälle. Dass es Probleme gab, ihre Firma in die Profitabilität zu führen, bestreitet das Gründerpaar – das Jahr 2024 habe "vielversprechend" begonnen, zitiert Businessinsider die beiden. Mit insgesamt 450 Onlineshops (darunter Outfittery, der Fußballclub 1. FC Nürnberg und der Fair-Fashion-Händler Avocadostore) sowie vier festen Logistikpartnern hat das Start-up eigenen Angaben zufolge bislang kooperiert.

    In Alfter-Witterschlick bei Bonn hat es derweil ein weiteres Unternehmen der Baubranche erwischt: Der Keramikhersteller Deutsche Steinzeug AG musste beim Amtsgericht Bonn Insolvenz beantragen, schreibt der Bonner General-Anzeiger

    Gleichfalls in Zahlungsschwierigkeiten ist aktuell ein Hersteller veganer Lebensmittel, der aus vielen Supermärkten bekannt ist: Das vegane Startup L'Herbivore, bekannt für seine auf Seitan und Lupinen basierenden Fleischalternativen, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die schlechte Nachricht wurde vom Hauptanteilseigner The New Meat Company AG bekannt gegeben, berichtet unter anderem das Magazin Chip. L'Herbivore wurde im Jahr 2016 gegründet und hat seinen Unternehmenssitz im mecklenburgischen Dobbertin.

    Die sechste prominente Pleite des Tages kommt aus dem Sportbereich: Nachdem der Hauptsponsor, das Bauunternehmen Tecklenburg GmbH, vor vier Wochen Insolvenzantrag gestellt hat, muss der SV Straelen nun denselben Schritt gehen, wie die Rheinische Post berichtet. Die erste Mannschaft des Clubs musste sich bereits aus der Fußball-Oberliga zurückziehen. Am Donnerstag hat der SV Straelen einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Kleve gestellt.

  • 13:45 Uhr

    Zwei "Landliebe"-Joghurt-Werke werden geschlossen – 400 Stellen betroffen

    Im Februar 2023 vermeldete die Molkereimarktszene, dass das zuständige Bundeskartellamt dem Branchenriesen Theo Müller (Müller Milch, Weihenstephan) grünes Licht für die Übernahme von Marken und Produktionsstätten des Wettbewerbers Royal Friesland Campina (Tuffi, Landliebe) gegeben hat. 

    Rund ein Jahr später lässt die Unternehmensgruppe Theo Müller mitteilen, dass die "Landliebe-Standorte in Heilbronn und Schefflenz schließen" werden, so die ARD-Tagesschau am 21. Februar. Die komplette Stilllegung werde sich jedoch "noch bis Sommer 2026 schrittweise" hinauszögern. Betroffenen seien insgesamt 400 Mitarbeitende an zwei Standorten.

    In der Stellungnahme heißt es, es gebe zwei Hauptgründe für die geplante Stilllegung:

    "Dabei werden Kostendruck und Investitionsbedarf genannt, aber auch die herausfordernde Marktsituation." 

    Eine wirtschaftliche Analyse habe gezeigt, dass beide Standorte "keine Perspektive bieten würden, 'aus den tiefroten Zahlen zurück in ein langfristig profitables Geschäft zu kommen'". 

  • 20.02.2024 16:55 Uhr

    16:55 Uhr

    Sinkende Nachfrage und hohe Energiekosten: Massive Stellenstreichungen in deutschen Konzernen – über 40.000 Arbeitsplätze fallen weg

    Seit Monaten hagelt es Hiobsbotschaften aus der deutschen Wirtschaft. Die Bundesbank hat gerade den Rückgang der Wirtschaftsleistung auch in diesem Quartal (und damit eine "technische Rezession") festgestellt. Auch der Focus zitiert Wirtschaftsforscher wie Marcel Fratzscher, den Chef des DIW, oder Michael Hüther, den Chef des IW, die vor einem sich verstetigenden Wirtschaftsrückgang in diesem Jahr gewarnt haben.

    Die Rezession, die der Mainstream irreführend auf den Krieg in der Ukraine sowie die unerklärlich hohen Energiekosten zurückführt und damit nicht auf die antirussische Sanktionspolitik und die gescheiterte Energiewende der Bundesregierung, führt jedenfalls zu massivem Stellenabbau.–Das betrifft nicht nur in kleine und mittelständische Betriebe, sondern nun auch verstärkt große Konzerne. Dort geht es dann in der Regel um Hunderte von Arbeitsplätzen, häufig sogar auch um Stellenstreichungen im vierstelligen Bereich. Insgesamt sollen über 40.000 Stellen abgebaut werden.

    Als Beispiele mögen folgende Zahlen aus den DAX-Konzernen dienen:

    • BASF: 2.600 Arbeitsplätze (nach Plänen von 2023)
    • Continental: über 1.000 Stellen (weltweit 7.150)
    • Deutsche Bank: 3.500 Stellen
    • Deutsche Telekom: 2.000 Stellen (angekündigt im Oktober 2023)
    • Merck: 750 Stellen
    • Porsche: 600 Stellen
    • Zalando: "mehrere hundert" Stellen

    Bei einigen DAX-Konzernen gelten bisherige Sozialpläne oder Jobgarantien noch für die kommenden Jahre. Dennoch wollen selbst diese Unternehmen massiv Stellen abbauen – häufig auf dem Umweg über Abfindungen und Frühverrentungen. Zu diesen Konzernen gehören beispielsweise die Bayer AG, SAP (weltweit etwa 8.000 Stellen betroffen) und Volkswagen.

    Mercedes-Benz plane, zehn Prozent seiner Führungskräfte zu entlassen. Genaue Zahlen wurden aber noch nicht genannt.

    Nicht besser sieht es bei denjenigen Konzernen aus, die nicht im DAX börsennotiert sind. So plant Bosch die Streichung von 3.700 Stellen, vorwiegend im Automobilbereich. Bei ZF Friedrichshafen seien nach Angaben des Gesamtbetriebsrates sogar 12.000 Stellen in Gefahr. Beide Autozulieferer bauen in Deutschland Stellen ab, die vorwiegend im Bereich Verbrennungsmotoren angesiedelt sind. Allerdings plane ZF stattdessen neue Werke in den USA und Indien, wo weiterhin Autos mit Verbrennungsmotoren produziert werden dürfen und sollen. Arbeitsplätze werden demnach kurzerhand aus Deutschland nach Übersee verlagert.

    Der Haushaltsgerätehersteller Miele plant den Abbau von 700 Arbeitsplätzen an seinem Stammsitz in Gütersloh, weltweit sollen insgesamt 2.700 Stellen entfallen. Das Unternehmen verlagert aus Kostengründen einen Großteil seiner Waschmaschinenproduktion nach Polen.

    Auch der Paketdienstleister DPD will 1.400 Stellen streichen.

    In der Baubranche könnten 10.000 Arbeitsplätze wegfallen, teilt der Industrieverband HDB mit.

    Ob Umschulungsprogramme, welche einige der genannten Konzerne aufgelegt haben, tatsächlich die Vermittlung der Betroffenen in neue Stellen sichern können, ist jedoch fraglich.

  • 19.02.2024 13:00 Uhr

    13:00 Uhr

    Brandenburg: Zukunftspläne mit Batteriefabriken gescheitert

    Brandenburg hatte für seine industrielle Zukunft ganz auf Elektromobilität gesetzt. Jetzt sind gleich drei große Projekte gescheitert. Der Grund? Die Fördermittel des Bundes sind durch die Haushaltslage in Frage gestellt.

    Dabei geht es um die geplante Batterieherstellung der chinesischen Firma SVOLT in Lauchhammer, eine weitere Batteriefabrik in Guben und eine dritte von Porsche geplante Batteriefabrik in Schwarzheide. Die Subventionierung all dieser Projekte sollte ursprünglich über einen jener Schattenhaushalte erfolgen, die das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Herbst für verfassungswidrig erklärte.

    Insgesamt sind es mehrere tausend Arbeitsplätze, die sich Brandenburgs Ministerpräsident Woidke dadurch erhoffte. Nun bemüht er sich, bei Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Förderung auf anderen Wegen in Gang zu bringen. Unklar ist allerdings, inwieweit auch der mangelnde Erfolg der Elektrofahrzeuge bei den Käufern eine Rolle beim Scheitern dieser Projekte spielt.

  • 16.02.2024 12:57 Uhr

    12:57 Uhr

    Kosmetikhändler Body Shop meldet in Deutschland Insolvenz an

    Der deutsche Ableger des Kosmetikhändlers Body Shop hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen The Body Shop Germany GmbH reichte beim Amtsgericht Düsseldorf einen entsprechenden Antrag ein. Das geht aus Bekanntmachungen des Gerichts hervor.

    Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Düsseldorfer Rechtsanwalt Biner Bähr ernannt. Laut Bundesanzeiger hatte die Kette im Jahr 2021 in Deutschland 66 Filialen und mehr als 350 Mitarbeiter. Das Unternehmen verzeichnete einen Jahresumsatz von 23 Millionen Euro.

    Bereits am Dienstag hatte The Body Shop International Limited einen Insolvenzantrag für die Geschäfte in Großbritannien gestellt. Dort betreibt das Unternehmen mehr als 200 Geschäfte.

  • 08:52 Uhr

    Zahl der Regelinsolvenzen steigt drastisch

    Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in der Bundesrepublik Deutschland ist im Januar 2024 gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als ein Viertel angestiegen. Das geht aus den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor, die die Behörde am Freitag veröffentlichte.

    Demnach stieg die Anzahl der Regelinsolvenzen um 26,2 Prozent. Im Dezember 2023 betrug der Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat 12,3 Prozent. Seit Juni 2023 sind die Prozentzahlen der Zuwachsraten der Insolvenzen im jeweiligen Vergleich zum Vorjahresmonat durchgehend zweistellig. Die Behörde verweist darauf, dass sich die Insolvenzzahlen für diesen Zeitraum insgesamt noch leicht unter dem Niveau des Vor-Corona-Zeitraums Juni 2019 bis Januar 2020 befanden.

    Bei den Daten sei zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege in vielen Fällen annähernd drei Monate früher. Die Insolvenzstatistik bilde nur solche Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens abgewickelt werden.

  • 13.02.2024 08:30 Uhr

    08:30 Uhr

    Geschäftsklima im Wohnungsbau sinkt auf Rekordtief 

    Das vom Münchener Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau ist auf den niedrigsten jemals gemessenen Wert gefallen.

    Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag mitteilte, sank die Stimmung im Januar auf nur noch -59,0 Punkte. Im Vormonat hatte sie bei -56,9 gelegen. Auch die Erwartungen verschlechterten sich noch einmal deutlich. Dieser Wert fiel von -64,7 auf -68,9 Punkte.

    Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, erklärte:

    "Der Ausblick auf die kommenden Monate ist düster. Der Wohnungsbau ist weiterhin einer Doppelbelastung ausgesetzt."

    Während einerseits Neuaufträge ausblieben, würden andererseits weiterhin Projekte storniert. Fehlende Aufträge belasteten die Geschäfte der Baufirmen. Im Januar beklagten 52,5 Prozent der Betriebe einen Auftragsmangel, nach 56,9 Prozent im Dezember.

    Auch bei den Stornierungen gab es einen Rückgang von 22,1 Prozent im Dezember auf 17,4 Prozent im Vormonat. Dennoch sieht der Experte kein Ende der krisenhaften Entwicklung:

    "Von einer Trendwende im Wohnungsbau kann noch nicht gesprochen werden. Die schwierigen Rahmenbedingungen haben sich kaum geändert. Hohe Zinsen und Baukosten machen es den Bauherren nicht leichter."

    Ein X-Nutzer kommentierte den Ifo-Post mit:

    "Ich denke, eine Demo gegen Rechts sollte das Problem erstmal lösen."

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