
Friedensdiplomatie: Schweiz als möglicher Gastgeber für neue Ukraine-Gespräche

Die nächste Runde der trilateralen Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den USA könnte in der Schweiz stattfinden.

Laut Sky News und Reuters nannten amerikanische Regierungsvertreter sowohl Abu Dhabi als auch die Schweiz als mögliche Austragungsorte. Sollte Abu Dhabi für die US-Delegation wegen der Sicherheitslage im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg nicht infrage kommen, könnten die Gespräche in der Schweiz stattfinden. Als mögliche Orte bieten sich Genf oder Davos an.
In der ersten Novemberhälfte sollen zunächst die Verhandlungsteams Russlands, der Ukraine und der USA zusammenkommen. Falls Fortschritte erzielt werden, könnte anschließend ein Treffen der Staatschefs folgen. Nach Einschätzung amerikanischer Regierungsvertreter müssen dafür jedoch noch zahlreiche offene Fragen geklärt werden. Die diplomatischen Gespräche würden damit fortgesetzt, während der genaue Austragungsort weiterhin offen ist.
Für die USA wäre die Sicherheitslage im Nahen Osten ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Treffpunkts. Der Krieg mit Iran hat die Risiken für amerikanische Einrichtungen und Diplomaten in der Region erhöht. Washington muss daher auch die Sicherheitsbedingungen für seine Vertreter berücksichtigen. Eine Verlagerung der Gespräche nach Europa könnte unter diesen Umständen an Attraktivität gewinnen.
Innerhalb der Schweiz kämen vor allem Genf und Davos infrage. Genf verfügt über eine lange Tradition als internationaler Konferenzort und beherbergt zahlreiche diplomatische Vertretungen sowie internationale Organisationen. Am 16. Juni 2021 trafen sich dort der damalige US-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem Gipfel. Die Stadt wäre deshalb auch für neue Gespräche zwischen Washington und Moskau ein symbolträchtiger Ort.
Davos wiederum ist durch das Weltwirtschaftsforum international bekannt und bietet Erfahrung mit hochrangigen Treffen aus Politik und Wirtschaft. Welcher Ort organisatorisch und sicherheitspolitisch infrage käme, hängt allerdings von den Anforderungen der Delegationen und den jeweiligen Sicherheitskonzepten ab.
Ein Treffen in der Schweiz hätte zudem eine europäische Dimension. Die Wahl des Austragungsortes würde die Verhandlungen geografisch näher an Europa rücken, während Washington, Moskau und Kiew über mögliche Wege zu einem Ende des Krieges beraten. Für Bern böte sich damit die Gelegenheit, an seine Tradition als Gastgeber internationaler Diplomatie anzuknüpfen.
Eine offizielle Entscheidung für Genf oder Davos liegt bislang nicht vor. Auch ein Ausschluss Abu Dhabis aus Sicherheitsgründen ist bisher nicht bestätigt. Fest steht nach den bisherigen Berichten, dass die drei Seiten eine neue Verhandlungsrunde anstreben und diese den Weg zu einem möglichen Treffen der Präsidenten ebnen soll.
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