Nordamerika

Goldbarrenfund: CIA-Mitarbeiter schließt Deal mit US-Staatsanwaltschaft

Der Skandal um einen früheren CIA-Mitarbeiter wird womöglich nie öffentlich aufgeklärt. Denn der verdächtige Geheimdienstmitarbeiter und das Justizministerium haben eine außergerichtliche Einigung erzielt. Damit wird ein Prozess um den Goldbarrenfund im Haus des Ex-CIA-Beamten immer unwahrscheinlicher.
Goldbarrenfund: CIA-Mitarbeiter schließt Deal mit US-StaatsanwaltschaftQuelle: Sputnik © Vitaly Bezrukikh

Im Fall Rush wird es aufgrund einer außergerichtlichen Einigung wahrscheinlich nicht zu einem Prozess kommen. Die Affäre um den hochrangigen CIA-Beamten David Rush erregte Aufsehen, weil die Behörden bei einer Hausdurchsuchung im Mai 2026 Goldbarren im Wert von über 40 Millionen Dollar aufgefunden hatten.

An seinem Wohnsitz im US-Bundesstaat Virginia hatte der Geheimdienstler insgesamt 303 Goldbarren mit einem Einzelgewicht von einem Kilogramm, Geldscheine im Wert von rund zwei Millionen US-Dollar und 35 Luxusuhren aufbewahrt.

Eine interne Untersuchung hatte zuvor ergeben, dass der hochrangige CIA-Beamte, der über einen Zugang zur höchsten Geheimhaltungsstufe verfügte, falsche Angaben bezüglich seines akademischen Werdegangs und seines Militärdienstes bei der US-Marine gemacht haben könnte. Der Vorwurf lautete, Rush habe seine hohe Position aufgrund gefälschter Bildungsabschlüsse und beruflicher Zeugnisse erlangt. Rush wurde verhaftet.

In den Besitz der Goldbarren soll Rush gekommen sein, weil er sie ab November vergangenen Jahres angeblich für "berufliche Ausgaben" angefordert hatte. Dabei hatte er – so die Beschuldigung – einen geheimen CIA-Auftrag vorgetäuscht. Medienberichten zufolge hatte der Geheimagent eine Sonderoperation zur Aufrechterhaltung von Regierungsfunktionen im Falle eines Atomkriegs oder anderer Katastrophenlagen erfunden.

Der Fall erhielt zusätzliche Brisanz durch eine Verbindung von Rush mit dem stellvertretenden US-Verteidigungsminister Stephen Feinberg. Der im Private-Equity-Bereich tätige Milliardär verwaltet Berichten zufolge das 33 Milliarden Dollar umfassende Budget des Pentagons für den Militärgeheimdienst.

Einem Bericht von NBC News zufolge war es Feinberg gewesen, der Rush für schwierige Aufgaben empfohlen und dessen Leistungen gegenüber CIA-Führungskräften gelobt hatte. Das Pentagon dementiert jedoch jegliche Unterstützung Feinbergs für Rush. Auch wird gegen den stellvertretenden US-Verteidigungsminister nicht ermittelt.

Eine Anklage gegen Rush erfolgte bisher nur wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder bezüglich Gehaltsabrechnungen im Umfang von 77.000 US-Dollar. Diese Summe hatte Rush als Entschädigung für Urlaubstage beim Militär beantragt. Ein föderales Geschworenengericht hat allerdings bisher noch nicht darüber entschieden, ob die Vorwürfe für einen Prozess ausreichen. Rushs Anwältin äußerte sich gegenüber den Medien nicht zur Stichhaltigkeit der Beschuldigungen.

Am vergangenen Freitag kam nun der gemeinsame Antrag des Verdächtigen und der Bundesstaatsanwaltschaft an das Gericht. Darin stand, dass beide Parteien eine grundsätzliche Einigung erzielt hätten. Man ersuche das Gericht, die Frist für die Anklageerhebung vom 17. September auf den 8. Oktober zu verlängern, damit die Antragsteller mehr Zeit für die Beilegung des Falls hätten.

Eine außergerichtliche Einigung sei im öffentlichen Interesse, da sie die Ressourcen von Staat und Justiz schone. Außerdem könne ein einvernehmlicher Vergleich verhindern, dass vertrauliche Unterlagen in einem öffentlichen Prozess durchgesehen werden müssten.

Offen bleibt, welche Zugeständnisse Rush der Gegenseite gemacht hat. Der Antrag an das Gericht enthielt keine Informationen darüber, in welchen Punkten sich Rush im Falle einer Einigung schuldig bekennen würde. Auch eine Empfehlung bezüglich der Höhe des Strafmaßes fehlte.

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