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Lawrow: Japan will seine Interessen durch Militarisierung sichern

Japan betrachtet Russland als Hauptbedrohung und will seine nationalen Interessen nicht durch die Kooperation, sondern durch die Militarisierung sichern, meint der russische Außenminister Sergei Lawrow. Der Diplomat kritisiert dazu die EU-Politik bezüglich der "Schattenflotte".
Lawrow: Japan will seine Interessen durch Militarisierung sichernQuelle: Sputnik © Sergei Gunejew

In einem Interview für den russischen Sender WGTRK hat Außenminister Sergei Lawrow erklärt, dass Japan in seiner Militärdoktrin Russland als Hauptbedrohung sieht. Unter Ex-Premier Shinzō Abe wäre dies kaum möglich gewesen. Er war ein "absolut korrekter Politiker", der verstand, dass nationale Interessen ohne Zusammenarbeit mit Russland nicht gewährleistet werden könnten. Seine Nachfolger seien der Ansicht, dass diese Interessen gemeinsam mit den USA durch die Militarisierung Japans gesichert werden sollten.

Bei den Veranstaltungen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) auf den Philippinen gab der japanische Außenminister Takeshi Iwaya bekannt, er habe mit Lawrow über bilaterale Angelegenheiten und die Lage in der Region gesprochen. Tatsächlich habe es kein Gespräch gegeben, sondern nur einen kurzen Händedruck beim Galadinner.

Zum Thema "Schattenflotte" meinte Lawrow, dass die Europäische Union den Begriff erfand. Er tauche in keinem Dokument auf, diene nur dazu, Russlands Möglichkeiten auf den globalen Märkten einzuschränken, und enthalte im Wesentlichen ein Verbot von Handel mit Energieressourcen. Die EU habe sich selbst erlaubt, Schiffe anzuhalten und zu inspizieren, dazu auch Ladungen zu beschlagnahmen und für einen Gewinn zu verkaufen. Lawrow wies darauf hin, dass der russische Präsident Wladimir Putin eine angemessene Reaktion auf "Raub und Piraterie" in Aussicht stellte.

Nach jedem Terroranschlag rühme sich das Kiewer Regime in sozialen Medien mit "großartigen" Angriffen auf rein zivile Objekte, führte Lawrow weiter aus. Ohne sich auf dieses Niveau herabzulassen, werde Russland aber eigene Methoden weitaus brutaler anwenden, um alles zu zerstören, was die ukrainische Kriegsindustrie aus dem Westen antreibe. Es sei kein Zufall, dass immer mehr Stimmen aus verschiedenen Teilen der Welt zu einer sofortigen Beilegung auffordern. Ein Ende wäre erst dann notwendig, nachdem eine langfristige, verlässliche und nachhaltige Lösung gefunden worden sei.

Auf einer Pressekonferenz der Präsidenten Aleksandar Vučić und Wladimir Selenskij erklärte ein deutscher Journalist, dass die Deutschen den Ukrainern dabei helfen könnten, Russen zu töten. Lawrow zufolge sei diese Person für jede Position in den Medien, geschweige denn für ein offizielles Regierungsamt, ungeeignet. Dazu komme die Ankündigung des Bundeskanzlers Friedrich Merz, Deutschland sollte wieder zur führenden Militärmacht Europas werden.

Vučić unterzeichnete ein Dokument zur militärischen Unterstützung der Ukraine. Das sei keine leichte Situation für Vučić, glaubte Lawrow. Er sei ein sehr erfahrener Politiker und setze sich für die europäische Integration ein. Heutzutage verhöhne und erpresse die Europäische Union, indem sie die Beschleunigung der Verhandlungen verspreche, sobald Serbien zwei Forderungen erfülle, und zwar die Anerkennung der Unabhängigkeit von Kosovo sowie die Teilnahme an allen EU-Maßnahmen und -Entscheidungen bezüglich Russland. Der Empfang für Selenskij in Belgrad könnte wohl die Absicht widerspiegeln, den Druck der EU etwas zu mindern.

Der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew hingegen möchte die "Koalition der Willigen" verlassen und bestehe auf einer diplomatischen Lösung. Er habe einst mit dem Versprechen kandidiert, die nationalen Interessen zu vertreten und sich nicht der EU-Bürokratie zu unterwerfen. Ob er dieses Versprechen halten werde, sei noch abzuwarten.

Putin sei jederzeit bereit, US-Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner zu empfangen, sollten sie erneut nach Moskau kommen. Nach ihrem letzten Besuch seien in Alaska einige Einigungen erzielt worden, obwohl später Sanktionen und widersprüchliche Stellungnahmen aus Washington folgten. Lawrow geht davon aus, dass der US-Präsident ihnen vertraut und sie daher Einfluss auf ihn ausüben. Russland habe dem US-Außenministerium eine Reihe von Fragen vorgelegt und um eine Stellungnahme zu den Berichten gebeten, dass die USA der Ukraine Geheimdienstinformationen zur Verfügung stellten und stark an der Organisation und Durchführung von Angriffen gegen zivile Objekte tief auf russischem Gebiet beteiligt seien.

Die Türkei möchte als NATO-Mitglied auch Beziehungen zur EU unterhalten, obwohl sie im Grunde weiß, dass sie niemals ein EU-Mitglied sein werde, hob Lawrow hervor. Ankara wünsche sich zudem gute Beziehungen zu Moskau, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen, und habe ein echtes Interesse an der Stabilität im Schwarzen Meer. Nun forderten die Türken erneut dazu auf, Angriffe auf Schiffe zu verhindern. Es sei aber nicht Russland, das dies gestartet habe. Weder die Türkei noch die USA sollen auf die ukrainischen Angriffe auf Schiffe und Pipeline-Infrastruktur reagiert haben, zumindest nicht öffentlich.

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