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Politico: Israel verliert Status eines besonderen US-Verbündeten

Das Verhältnis zwischen den USA und Israel kühlt sich ab, während Kontakte auf hoher Ebene abnehmen und Washington zunehmende Frustration über Israels anhaltenden Militäreinsatz in Libanon zeigt. Die Zeitung Politico berichtet, dass Israel den Status des besonderen US-Verbündeten verliere.
Politico: Israel verliert Status eines besonderen US-Verbündeten© Urheberrechtlich geschützt

Kontakte zwischen den USA und Israel auf Regierungsebene nehmen ab. Wie die Zeitung Politico berichtet, höre Washington zunehmend auf, Israel wie einen "besonderen Verbündeten" zu behandeln. Unter Verweis auf mehrere informierte Quellen, darunter sieben US-amerikanische und israelische Beamte, meldete das Blatt am 27. Juni die Einkehr einer "neuen Normalität, in der Israels Status als Amerikas Verbündeter nicht über allen anderen steht".

Die Abkühlung in den Beziehungen zwischen Washington und Tel Aviv hat sich unter anderem in der jüngsten Äußerung des US-Vizepräsidenten J. D. Vance geäußert. Am 18. Juni sagte er während einer Pressekonferenz, dass Israel beinahe keine Freunde mehr in der Welt habe, und warnte Tel Aviv vor einer Konfrontation mit dem "einzigen mächtigen Verbündeten".

Laut dem Bericht von Politico ist Vances Ankündigung Teil einer größeren Entwicklung. Hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Washington im Jahr 2025 noch fünfmal besucht, gab es im laufenden Jahr einen einzigen Besuch im Februar, wobei keine weiteren Besuche geplant sind. Auch die Anzahl der Telefonate nahm ab. Eine mit der bilateralen Beziehung der beiden Regierungen vertraute Quelle erklärte unter Bedingungen der Anonymität gegenüber Politico:

"Ich denke nicht, dass wir den Tiefpunkt erreicht haben. Es kommt noch mehr."

Die im Herbst dieses Jahres sowohl in den USA als auch in Israel anstehenden Parlamentswahlen könnten die Kluft zwischen den beiden Staaten weiter vertiefen, so die weitere Vermutung im Bericht der Zeitung. Dabei könnten Tel Avivs Erwartungen und Washingtons Unterstützungsbereitschaft noch stärker divergieren.

Noch vor seinem Amtsantritt als Vizepräsident der USA hatte Vance angekündigt, dass die Interessen Israels und der USA nicht immer übereinstimmen, und sich gegen einen Krieg mit Iran ausgesprochen.

In den vergangenen Monaten kritisierte US-Präsident Donald Trump Tel Aviv wegen der Fortsetzung des israelischen Militäreinsatzes in Libanon und nannte Netanjahu bei einem Telefonat sogar "verrückt". Iran setzt einen Abzug israelischer Truppen aus dem Libanon für eine Fortsetzung von Verhandlungen mit den USA voraus. Israels Regierungschef behauptet indessen, nicht durch das US-iranische Rahmenabkommen gebunden zu sein, wodurch Washingtons Verhandlungen mit Iran erschwert werden.

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