Deutschland

Energiewende? Ja – aber in die andere Richtung

Dass die Bundesregierung so ihre Probleme bei der Richtungsbestimmung hat, ist spätestens seit Baerbocks 360-Grad-Wende bekannt. Und selbst bei den Lieblingsprojekten scheint sich alles in eine andere Richtung zu bewegen, als behauptet.
Energiewende? Ja – aber in die andere Richtung© Screenshot: NDR.de

Das erklärte Ziel ist nach wie vor, "fossile" Energieträger durch erneuerbare zu ersetzen. Dafür soll möglichst viel Fläche in Deutschland mit Solarpaneelen bestückt und mit Windrädern gespickt werden. Schließlich sollen bis 2030, also in gerade einmal sechs Jahren, 80 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen.

Aber so richtig will das nicht gelingen. Der NDR stellte aktuell zusammen, wie die Mischung am 1. Dezember dieses Jahres aussah. Das Ergebnis? Der Strom stammte zu 49,3 Prozent aus Kohle, zu 25,7 Prozent aus Erdgas, zu 9,6 Prozent aus Biomasse, zu 5,2 Prozent aus Wasserkraft, zu 7 Prozent aus Windkraft und mit ganzen 0,6 Prozent aus Solarzellen. (Man sollte übrigens nie vergessen, dass die 9,6 Prozent Biomasse mit einer massiven Importabhängigkeit bei pflanzlichen Nahrungsmitteln bezahlt werden. Wo Biomasse angebaut wird, wachsen keine Kartoffeln).

Das Fraunhofer Institut, auf dessen Daten sich der NDR beruft, ist ebenso bemüht, dieses Ergebnis schönzureden, wie etwa das bekannte Agora-Institut. Bei letzterem findet sich noch ein Detail belegt, dem der NDR in seiner Darstellung ausweicht, wenn er versucht, die Notwendigkeit von Stromimporten zu beschönigen, die in Deutschland im laufenden Jahr massiv gestiegen ist.

"In den vergangenen zwölf Monaten hat Deutschland mehr Strom importiert als exportiert, im Saldo insgesamt 10,56 Terawattstunden. In den zwölf Monaten zuvor hatte Deutschland mehr Strom exportiert als importiert, im Saldo insgesamt 26,8 Terawattstunden."

Die Information, die hier fehlt, ist der Strompreis, der mit der Höhe des Angebots schwankt. Und interessanterweise stets dann negativ ist, wenn Deutschland zu viel, aber positiv, wenn es zu wenig Strom erzeugt. Die Bilanz des Stromexports, die hier gezogen wird, täuscht über die Tatsache hinweg, dass Deutschland in beiden Fällen zahlt, nämlich meist auch dann, wenn es Strom exportiert.

Das interessanteste Ergebnis ist die Entwicklung des "Strommix" in den letzten beiden Jahren. Der höchste Anteil erneuerbarer Energien findet sich nämlich im Jahr 2020; seitdem steigt der Anteil der "fossilen" Energieträger wieder. Und trotz aller Erklärungen und Maßnahmen ist selbst der Anteil des Atomstroms mitnichten bei null; er wird jetzt nur importiert.

Der Ausbau der Erneuerbaren, so das Fazit des NDR, gehe "nicht ansatzweise so schnell voran, wie er müsste." Da der Schwerpunkt des Ausbaus bei der Windkraft liegt, und dieser dank der steigenden Preise für energieintensiven Beton und Stahl ebenso deutlich teurer ist wie der Wohnungsbau, dürfte sich daran auch kurzfristig nichts ändern. Die Bilanz? Die Russlandsanktionen deindustrialisieren nicht nur, sie haben die Energiewende auch umgedreht, in eine Wende zurück.

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