Europa

Politico: EU droht Gasknappheit im Winter

Da die europäischen Gasreserven auf einem historischen Tiefststand liegen, könnte es der EU im kommenden Winter an Gas mangeln. Analytiker warnen vor einer Spirale, bei der immer weiter schwindende Vorräte zu immer höheren Preisen nachgefüllt werden müssen.
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Die Europäische Union könnte im kommenden Winter mit einem Gasmangel konfrontiert werden. Das berichtet Politico unter Verweis auf mehrere Studien. Laut den in der Publikation zitierten Schätzungen der US-Denkfabrik Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse (IEEFA) könnten der EU im kommenden Winter bis zu 14 Milliarden Kubikmeter Erdgas fehlen. Dies entspricht rund sieben Prozent des Bedarfs des Staatenblocks und würde zu Versorgung von zehn bis zwölf Millionen Haushalten ausreichen.

Die europäischen Gasspeicherstände liegen gegenwärtig bei knapp über 70 Prozent, was für die Jahreszeit einem Tiefststand seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 entspricht. Gaspreise, die auf einem Vierjahreshoch liegen, und ein durch den Konflikt im Nahen Osten eingeschränktes Angebot würden die Optionen der EU zur Anschaffung von Gas weiter reduzieren, so die Meldung weiter. Politico führt dazu aus:

"Während das nicht unbedingt bedeutet, dass dem Block das Gas ausgeht, heißt es, dass es sieben Millionen Kubikmeter weniger an Gasreserven geben könnte. Das könnte Länder zwingen, Gas zu hohen Preisen auf zunehmend volatilen globalen Märkten zu kaufen, oder sogar Verbraucher zu verpflichten, die Nachfrage zu senken, wenn neue Vorräte nicht verfügbar sind."

Ana Jaller-Makarewicz, Analystin für europäische Energie am IEEFA, erklärte, dass die Erschöpfung der europäischen Gasreserven zudem zu einer höheren Nachfrage im kommenden Jahr führen könnte. Dies würde eine Spirale verursachen, bei der immer weiter schwindende Vorräte zu immer höheren Preisen nachgefüllt werden müssen. Indessen nahm der Gasbedarf der EU in den vergangenen zwei Jahren sogar zu.

Auch eine Studie des Verbands Europäischer Fernleitungsnetzbetreiber für Gas (ENTSOG) bestätigt diese Warnungen. Sollten die Gasimporte im Fall eines kalten Winters eingeschränkt oder sogar "optimal" verbleiben, würden die Speicherstände auf bis zu elf Prozent herabsinken und damit strategische Reserven bedrohen. Um die Vorräte zum Ende des Winters auf 30 Prozent zu bringen, müssten EU-Staaten ihre Nachfrage um sieben Prozent senken oder das Gas den Verbrauchern vorenthalten, warnt ENTSOG.

Zuvor hatte die Pressesprecherin der EU-Kommission, Paula Pinho, am 2. Oktober bekannt gegeben, dass die Gaspreise in Europa seit Februar um 140 Prozent zugenommen haben.

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