
Pakistan fliegt tödliche Angriffe auf Afghanistan

Pakistanische Luftangriffe auf Afghanistan haben nach Angaben Kabuls neun Zivilisten getötet, darunter Frauen und Kinder, und weitere elf verletzt.
Die Angriffe trafen die östliche afghanische Provinz Kunar und die Provinz Helmand im Süden, erklärte Talibansprecher Zabihullah Mudschahid. Er verurteilte die Angriffe als einen "Akt der Aggression und ein Verbrechen, das alle anerkannten Prinzipien verletzt."

Islamabad erklärte, die Angriffe hätten 22 Kämpfer in Verstecken an zwei verschiedenen Orten getötet. Der Einsatz habe auf "glaubwürdiger Aufklärung" beruht und gezielt Lager von Kämpfern und Verstecke ins Visier genommen, erklärte Pakistans Informationsministerium.
"Die Bedrohung für Pakistan geht von Afghanistan aus. In diesem Zusammenhang hat unser Einsatz präzise die Zentralen der Terroristen angepeilt", erklärte das Ministerium und betonte, die Angriffe hätten sich gegen Sammelpunkte der Kämpfer gerichtet. Islamabad hat wiederholt Gruppen aus Afghanistan vorgeworfen, Angriffe innerhalb Pakistans auszuführen.
Der jüngste Angriff ist bereits das dritte Mal in zwei Wochen, dass Pakistan Ziele in Afghanistan angreift. Letzte Woche gab es pakistanische Luftangriffe gegen Kandahar und andere Provinzen, bei denen nach Angaben der Taliban-Regierung vier Zivilisten umkamen.
Diese neuerliche Eskalation folgt auf einen Angriff von Kämpfern auf eine Polizeieinrichtung im Nordwesten Pakistans im August, bei dem 24 Menschen umgekommen waren. Die Polizei der Provinz beschuldigt die Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP), auch als pakistanische Taliban bekannt, des Angriffs.
Islamabad wirft der Taliban-Regierung Afghanistans vor, den TTP zu erlauben, von afghanischem Gebiet aus zu operieren und Angriffe über die Grenze hinweg auszuführen. Die TTP sind getrennt von den afghanischen Taliban, aber mit ihnen verbündet. Kabul streitet ab, der Gruppe einen sicheren Hafen zu bieten, und erklärt, die Auseinandersetzungen der Kämpfer mit Pakistan sei eine "interne Angelegenheit".
Der jüngste Ausbruch beendete etwa drei Monate relativer Ruhe zwischen den Nachbarn. Im Februar waren die Kämpfe deutlich eskaliert, ehe im März von China vermittelte Gespräche einen zerbrechlichen Waffenstillstand herbeiführten.
In einem Kommentar zu den Grenzstreitigkeiten zwischen den Nachbarn in einem Exklusivinterview mit RT Indien sagte Mudschahid, Afghanistan verteidige sich nur selbst, nachdem Pakistan sein Gebiet verletzt habe. "Selbstverteidigung ist unser Recht, aber wir sind weder die Initiatoren, noch wollen wir, dass das weitergeht", betonte er.
Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan hat bisher über 1.100 Tote und Verwundete durch grenzüberschreitende Gewalt in diesem Jahr gezählt.
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