Polit-Comeback des Jahres: Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz kommt zurück

Die ÖVP verliert in Umfragen an Boden, die FPÖ liegt vorn. In dieser Lage rückt Sebastian Kurz wieder ins Zentrum der politischen Spekulationen. Ein Comeback noch 2026 steht im Raum.

Sebastian Kurz ist wieder da. Noch hat Österreichs Ex-Kanzler seine Rückkehr nicht offiziell angekündigt. Doch aus internen Kreisen ist zu hören, dass er sein Comeback auf der österreichischen Politbühne noch in diesem Jahr verkünden könnte.

Mit 40 Jahren sei sein Leben längst nicht vorbei, ließ er im Gespräch mit dem Handelsblatt durchblicken. Wer die österreichische Politik kennt, weiß, dass solche Signale selten ohne Wirkung bleiben.

Die ÖVP könnte einen Mann wie Kurz heute dringender brauchen denn je. Die Partei liegt in Umfragen weit hinter der FPÖ, während Christian Stocker als Kanzler kaum aus dem Schatten seines Vorgängers tritt. Kurz hatte die Volkspartei zu Wahlerfolgen geführt und ihr ein klares politisches Profil gegeben. Sein Abgang hinterließ eine Lücke, die seine Nachfolger bis heute nicht überzeugend geschlossen haben.

Kurz müsste bei einer Rückkehr nicht bei null anfangen. Er kennt die Machtmechanismen in Wien, verfügt über internationale Kontakte und hat sich außerhalb der Politik ein wirtschaftliches Standbein aufgebaut. Anders als früher wäre er nicht mehr auf ein politisches Amt angewiesen. Er könnte zurückkehren, weil er es will, und nicht, weil er es muss.

Auch seine Kontakte sorgen für Gesprächsstoff. Das Treffen mit FPÖ-Chef Herbert Kickl und die wiederkehrenden Spekulationen über eine Neuaufstellung der ÖVP haben gezeigt, dass Kurz in Wien keineswegs vergessen ist.

Aus internen Kreisen ist zu hören, dass Kurz seinen Comeback-Plan noch vor Weihnachten präsentieren könnte. Die Signale haben sich verändert. Noch im Sommer hatte Österreichs Ex-Kanzler eine Rückkehr ausgeschlossen, inzwischen verweist der 40-Jährige auf sein Alter und die vielen Jahre, die noch vor ihm liegen. 

Für die ÖVP wäre seine Rückkehr Chance und Risiko zugleich. Kurz polarisiert, seine politische Vergangenheit ist nicht vergessen, und die juristischen Verfahren aus seiner Zeit als Kanzler prägen weiterhin sein Image. Doch eine Partei, die in den Umfragen deutlich hinter der FPÖ liegt, kann es sich kaum leisten, einen früheren Wahlsieger dauerhaft abzuschreiben.

Kurz weiß, wie man Aufmerksamkeit erzeugt, ohne sich bereits festzulegen. Ein Interview, ein Satz über das eigene Alter und ein Treffen mit Kickl reichen aus, um die politische Gerüchteküche in Wien wieder anzuheizen. Sollte er tatsächlich noch in diesem Jahr seine Rückkehr verkünden, wäre das eine der größten Personalnachrichten der österreichischen Politik.

Der Zeitpunkt wäre kein Zufall: Die ÖVP braucht eine überzeugende Antwort auf den Aufstieg der FPÖ. Kurz könnte versuchen, die Partei wieder stärker auf seine Person auszurichten und frühere Wähler zurückzugewinnen. Ob ihm das gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Seine Bekanntheit und seine Erfahrung verschaffen ihm jedenfalls einen Startvorteil gegenüber einem unbekannten Herausforderer.

Die offizielle Bestätigung steht noch aus, doch die Hinweise auf eine Rückkehr verdichten sich. Kurz ist zwar noch nicht zurück im Amt, aber politisch wieder präsent. Ausgerechnet jener Mann, dessen Abgang die ÖVP einst verkraften musste, könnte nun zu ihrer wichtigsten Personaloption werden.

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