Die versteckten Kosten des US-Militärs: tatsächliches Budget weitaus höher als angegeben

Ein neuer Bericht zeigt, dass die USA seit vielen Jahren weit über eine Billion Dollar für militärische Aktivitäten ausgeben. Die weit verbreitete Annahme, dass diese Schwelle erst kürzlich überschritten wurde, ist falsch.

Von BreakThrough News

US-Präsident Donald Trump hat für das Haushaltsjahr 2027 ein Militärbudget in Höhe von 1,5 Billionen Dollar vorgeschlagen. Dies würde das ausgewiesene Budget für 2026 um 44 Prozent erhöhen.

Eine Aufstockung um rund 500 Milliarden Dollar wäre in der modernen US-Geschichte beispiellos. Jedoch ist die Vorstellung, dass das Militärbudget erst jetzt eine Billion Dollar erreicht hat, falsch.

Die US-Militärausgaben liegen bereits seit vielen Jahren über einer Billion Dollar.

Eine Aufstockung um 500 Milliarden Dollar (und möglicherweise 200 Milliarden Dollar zusätzlich zur Finanzierung des Krieges im Iran), wie vom Präsidenten vorgeschlagen, würde den gesamten Militärhaushalt von zwei auf drei Billionen Dollar erhöhen.

Ein neuer Bericht des Project On Government Oversight (POGO) von David Vine, John Bellamy Foster und Gisela Cernadas, legt dar, dass diese vielfach zitierte Zahl die tatsächlichen Kosten zur Aufrechterhaltung des US-Militärs drastisch unterschätzt.

Anhand von fünf verschiedenen methodischen Ansätzen schätzt der Bericht, dass sich die gesamten Militärausgaben im Jahr 2025 auf 1,5 bis 1,8 Billionen Dollar beliefen und sogar 2,3 Billionen Dollar erreichen könnten, wenn die Zinszahlungen für militärbezogene Schulden einbezogen werden.

Der Bericht schlussfolgert, dass die USA seit vielen Jahren weit über eine Billion Dollar für militärische Aktivitäten ausgeben, im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme, dass diese Schwelle erst kürzlich überschritten wurde.

Laut der vom POGO durchgeführten Analyse ergibt die Hartung/Smithberger-Methode mit 1.766.172.000.000 Dollar die höchste Basisschätzung, gefolgt vom Wheeler-Ansatz mit 1.727.634.000.000 und dem von USAspending.gov berichteten Wert von 1.717.989.509.643 Dollar.

Die Methoden von Cernadas/Foster und des National Priorities Project ergeben vergleichsweise niedrigere Basisschätzungen von 1.494.236.125.000 bzw. 1.477.081.000.000 Dollar. Wenn die Zinsen einbezogen werden, steigen die Gesamtbeträge erheblich an und reichen von 1.713.283.160.060 nach der Methodik des National Priorities Project bis zu 2.284.383.842.468 Dollar nach dem Ansatz von Vine/Foster/Cernadas.

Es sollte beachtet werden, dass sich die Zahl des National Priorities Project auf die nicht zweckgebundenen Ausgaben konzentriert und zwingende Ausgabenformen ausschließt; wären letztere einbezogen, würde diese Schätzung weitaus näher an den anderen liegen.

Ob absichtlich oder nicht, der Kongress, die Präsidenten und das Pentagon haben jahrzehntelang das wahre Ausmaß des US-Militärhaushalts verschleiert.

Journalisten, Analysten von Thinktanks, Wissenschaftler und andere Experten haben, von seltenen Ausnahmen abgesehen, das Problem weitergetragen, indem sie nur einen Teil der tatsächlichen Militärausgaben berichteten; den meisten ist nicht bewusst, welche Kosten sie dabei übersehen.

Das Problem mit den meisten herkömmlichen Berichten ist, dass es Militärausgaben in Höhe von Hunderten von Milliarden Dollar außerhalb des vom Kongress bewilligten Jahresbudgets des Pentagons gibt.

Selbst eine allgemein als zuverlässig geltende Quelle für Daten zu den weltweiten Militärausgaben wie das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) unterschätzt die US-Ausgaben, indem es erhebliche Summen außer Acht lässt, die außerhalb dessen liegen, was Trump als „Kriegsministerium“ und damit verbundene Haushalte bezeichnet.

Ein bedeutendes Beispiel sind die Ausgaben für Atomwaffen, die im Haushaltsjahr 2025 Nettoausgaben in Höhe von rund 33,5 Milliarden Dollar ausmachten. Obwohl die Nuklearstreitkräfte vom US-Militär kontrolliert und eingesetzt werden, wird ein erheblicher Teil des Budgets für die Instandhaltung und Modernisierung des Nukleararsenals über das Energieministerium und nicht über das Pentagon vergeben.

Eine weitere umfangreiche Kategorie versteckter Ausgaben betrifft Veteranen und pensionierte Militärangehörige. Die Kosten für Renten, Gesundheitsversorgung, Invaliditätsleistungen, Hinterbliebenenhilfe und andere langfristige Verpflichtungen werden in erster Linie über das Ministerium für Veteranenangelegenheiten und andere Bundeskonten finanziert.

Diese Ausgaben sind direkte Folgen der Aufrechterhaltung der Streitkräfte und der Kriegsführung, werden jedoch in der Regel nicht in die Berechnungen des Militärhaushalts einbezogen.

Neben den Leistungen für Veteranen und den Ausgaben für Atomwaffen finden sich militärbezogene Ausgaben auch in den Haushalten des Ministeriums für Innere Sicherheit, des Außenministeriums und mehrerer anderer Behörden.

Programme, die von Militärhilfe für ausländische Regierungen bis hin zu bestimmten Aufgaben der inneren Sicherheit reichen, tragen zur nationalen Militärkapazität bei, fallen jedoch oft nicht unter die offiziellen Gesamtzahlen des Verteidigungshaushalts.

Ein wesentliches Problem ist die Finanzierung durch Kreditaufnahme. Seit den nach dem 11. September 2001 begonnenen Kriegen stützen sich die USA bei der Finanzierung militärischer Operationen stark auf Kredite statt auf Steuereinnahmen. Aus diesem Grund bezeichnen manche die Kriege nach 2001 als „Kreditkartenkriege“.

Während sich Analysten uneinig sind, welcher Anteil der Staatsverschuldung auf militärische Aktivitäten zurückgeführt werden sollte, führt die Einbeziehung dieser Kosten nach mehreren Berechnungsmethoden dazu, dass die Militärausgaben im Jahr 2025 deutlich über zwei Billionen Dollar liegen.

Trotz Unterschieden in den Definitionen und den von den Autoren verwendeten Datenquellen kommen alle fünf Berechnungsmethoden zu einem ähnlichen Ergebnis: Der häufig zitierte Militärhaushalt unterschätzt erheblich, was die USA tatsächlich für Krieg, Militär und damit verbundene Aktivitäten ausgeben. Dies lässt darauf schließen, dass es sich bei dieser Frage nicht um eine parteipolitisch bestimmte Auslegung handelt, sondern vielmehr um das Ergebnis langjähriger Haushaltspraktiken, bei denen die Militärkosten auf zahlreiche Bundesbehörden verteilt werden.

Das tatsächliche Ausmaß der Militärausgaben zu verstehen, ist für die demokratische Kontrolle unerlässlich. Die Bürger können nationale Prioritäten nicht sinnvoll diskutieren, wenn ihnen nur unvollständige Informationen darüber vorliegen, wie öffentliche Mittel vergeben werden. Wenn hohe Ausgaben im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten auf mehrere Ministerien verteilt sind, hat die Öffentlichkeit Mühe, die Militärausgaben mit den Ausgaben für andere Prioritäten wie Bildung, Wohnungsbau, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung oder Klimaresilienz zu vergleichen.

Wenn die USA bereits jährlich zwischen 1,7 und 2,3 Billionen Dollar für Aktivitäten im militärischen Bereich ausgeben, sollten Vorschläge für zusätzliche Erhöhungen vor dem Hintergrund dieser umfassenderen finanzpolitischen Realität bewertet werden und nicht allein anhand des Pentagon-Haushalts.

Leider herrscht nach wie vor Unklarheit über das tatsächliche Ausmaß der Militärausgaben, da die Rechnungslegungspraktiken des Pentagons zu wünschen übrig lassen – unter anderem ist es dem Pentagon nicht gelungen, eine Finanzprüfung zu bestehen.

Sowohl die Öffentlichkeit als auch die Kongressabgeordneten brauchen eine vollständige Aufstellung des Militärhaushalts, um die angemessene Höhe der Militärausgaben, sowohl für sich genommen als auch im Verhältnis zu anderen, nichtmilitärischen Finanzierungsprioritäten, zu analysieren, zu diskutieren und sich damit auseinanderzusetzen.

Um genaue Ausgabenzahlen zu liefern, sollte der Kongress seine Haushaltspraktiken reformieren und einen tatsächlichen Gesamtmilitärhaushalt vorlegen, der alle Formen von Militär- und Kriegsausgaben an einem Ort und in einer einzigen, tatsächlichen Gesamtsumme zusammenfasst.

Der Kongress sollte außerdem aufhören, Mittel für das Militär in den Haushalten anderer Behörden zu veranschlagen und damit zu verschleiern.

Solange der Kongress keine genauen Zahlen vorlegt, sollten Vertreter der Medien und andere Analysten aufhören, die unvollständigen Ausgabendaten des Kongresses zu wiederholen, und der Öffentlichkeit sagen, wie viel das Land tatsächlich für das Militär und den Krieg ausgibt.

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín

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