Medien: Pentagon besorgt über verstärkte Spionage Israels gegen USA

Das US-Verteidigungsministerium stuft die Bedrohung durch israelische Agententätigkeit als sehr hoch ein. Grund sei die Besorgnis, Israel spioniere gezielt hochrangige US-Beamte aus, um Daten zu weiterer US-Politik in Bezug auf Iran zu erhalten. Dies berichtet NBC News.

Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen Israel und den USA hinsichtlich des künftigen Vorgehens im Iran-Krieg hat der Militärgeheimdienst DIA (die Defense Intelligence Agency), der Teil des Pentagons ist, eine neue Bedrohungsanalyse veröffentlicht. Darüber berichtet der Nachrichtensender NBC News unter Berufung auf zwei amtierende und einen ehemaligen US-Beamten.

Das US-Verteidigungsministerium sei zunehmend besorgt über die verstärkte Spionagetätigkeit Israels gegen die USA und habe die Bedrohungsstufe hinsichtlich des wichtigsten Verbündeten des Landes im Nahen Osten auf das höchste Niveau gehoben, heißt es im Bericht.

Die Einschätzung sei auf das Bedenken im Pentagon zurückzuführen, dass Israel außerordentliche Anstrengungen unternehme, hochrangige US-Beamte auszuspionieren. Ziel der israelischen Geheimdienste sei, Informationen über die internen Beratungen und Entscheidungen der US-Regierung bezüglich des Konflikts mit Iran zu erhalten.

Dem sieben Seiten langen Dokument der DIA zufolge befindet sich Israels Fähigkeit zur Agententätigkeit und technischen Datenerfassung auf einem "kritischen Niveau".

Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Washington soll NBC News erklärt haben, es sei "völlig falsch", dass Israel die USA ausspioniere. "Israel sammelt keine Informationen über US-amerikanische Einrichtungen, geschweige denn über US-Regierungsbeamte", sagte der Sprecher.

"Israels nachrichtendienstliche Bemühungen richten sich gegen seine Feinde, nicht gegen seine Verbündeten", fügte er hinzu. "Jegliche gegenteiligen Behauptungen beruhen entweder auf Fehlinformationen oder sind politisch motiviert."  

Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab.

Seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe Anfang April bemühe sich Präsident Donald Trump um ein Abkommen mit Iran mit dem Ziel, den Krieg zu beenden, berichtet NBC News weiter.

Israel habe öffentlich Skepsis geäußert, ob Teheran sich an eine Vereinbarung halten würde. Tel Aviv interessiere sich äußerst dafür, ob Trump sich für die Wiederaufnahme groß angelegter militärischer Einsätze gegen Iran entscheiden oder den Konflikt beenden werde, meinten dem Bericht zufolge die US-Beamten sowie externe Experten.

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