Australien kündigt größtes Rüstungsprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg an

Mehr als 40 Prozent des australischen Verteidigungshaushalts fließen derzeit in den Ausbau der maritimen Fähigkeiten, erklärt der Verteidigungsminister Richard Marles. Das Land sehe sich "im gefährlichsten strategischen Umfeld" seit mehreren Jahrzehnten.

In Singapur hat am Freitag die internationale Sicherheitskonferenz "Shangri-La Dialogue" begonnen. Die Großveranstaltung, die vom in London ansässigen International Institute for Strategic Studies (IISS) ausgerichtet wird, bringt Verteidigungsminister, hochrangige Militärvertreter sowie Sicherheitsexperten aus Asien, Europa, Nordamerika und weiteren Regionen zusammen.

Australiens Verteidigungsminister Richard Marles, der an dem dreitägigen Sicherheitsforum teilnimmt, gab in seiner Rede bekannt, dass die Streitkräfte seines Landes aktuell einer tiefgreifenden Transformation unterzogen würden. Dabei würden mehr als 40 Prozent des Verteidigungshaushalts für den Ausbau maritimer Fähigkeiten aufgewendet.

Laut Marles setze Canberra ein Modernisierungsprogramm um, das unter anderem Atom-U-Boote im Rahmen der AUKUS-Partnerschaft, neue Zerstörer, Fregatten und unbemannte Seeplattformen umfasse. AUKUS ist ein trilaterales Militärabkommen zwischen Australien, Großbritannien und den USA, das im September 2021 gegründet wurde.

Australien sehe sich in dem "komplexesten und gefährlichsten strategischen Umfeld seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs", erklärte der Verteidigungsminister weiter. Die größten Sicherheitsbedrohungen seien die Beschädigung der Unterwasserinfrastruktur, Spannungen im Südchinesischen Meer, die Lage rund um Iran und die Aktivitäten der sogenannten Schattenflotte.

Laut Marles sei nun völlig klar, dass die Ära nach dem Kalten Krieg vorbei sei. Jene Staaten, die derzeit nicht ausreichend in die Verteidigung investierten, seien verwundbar und würden mit ernsthaften Einschränkungen ihrer Souveränität konfrontiert.

Im Zentrum der jährlichen Sicherheitskonferenz in Singapur stehen die geopolitischen Entwicklungen sowie Fragen der globalen Stabilität. Wie der Fernsehsender Channel News Asia (CNA) berichtete, nehmen dieses Jahr Vertreter aus 44 Ländern am Forum teil, darunter 54 Delegierte auf Ministerebene sowie mehr als 42 Generalstabschefs und hochrangige Verteidigungsbeamte aus dem Asien-Pazifik-Raum und Europa.

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