Landtagswahlen Mecklenburg-Vorpommern: Alle gegen die AfD – SPD holt auf, CDU droht Desaster

Am Sonntag steht in Mecklenburg-Vorpommern die Landtagswahl an. In der jüngsten Umfrage von Donnerstag (Forschungsgruppe Wahlen fürs ZDF) kommt die SPD plötzlich auf 37 Prozent, während die AfD knapp dahinter bei 36 Prozent liegt – die Kanzlerpartei CDU kommt nur noch auf sechs Prozent und muss um den Einzug ins Parlament bangen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Sonntag etwa 1,3 Millionen Bürger aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Landtag wird für fünf Jahre gewählt. Zum ersten Mal können sich auch Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren an der Landtagswahl beteiligen. Sie können jedoch selbst nicht gewählt werden.

Mit 33 bis 37 Prozent erzielten die seit 28 Jahren regierenden Sozialdemokraten in den jüngsten Umfragen ähnliche Ergebnisse wie die AfD. In einer Erhebung lag die SPD (37 Prozent) laut dem NDR zuletzt knapp vor der AfD (mit 36 Prozent). Die SPD hat ihren Wahlkampf auf ihre Spitzenkandidatin Manuela Schwesig und die Verhinderung einer AfD-Regierung in Mecklenburg-Vorpommern zugespitzt. Mit großem Rückstand auf AfD und SPD lagen dahinter zuletzt die Linke (neun bis elf Prozent) und die CDU (sechs bis neun Prozent). Die Grünen (fünf Prozent) und das BSW (vier Prozent) müssen wegen der Fünfprozenthürde um den Einzug ins Parlament bangen. Die FDP hat den Umfragen zufolge kaum eine Chance, erneut in den Landtag einzuziehen.

Die Rollen im Wahlkampf sind recht klar verteilt: Die amtierende Ministerpräsidentin Schwesig gilt als bürgernah und setzt im Wahlkampf stark auf soziale Themen wie die beitragsfreie Kita, zuletzt wurde von "der Frau gegen Blau" alles etwas einseitig gegen die AfD geworfen.

Dort tritt man quasi mit einer Art Doppelspitze an: Leif-Erik Holm, der gebürtige Schweriner und Landeschef, tritt als klarer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten an und wirbt engagiert für eine "blaue Wende" mit Fokus auf Migration, Wirtschaft und Bildung. Enrico Schult als Listenführer und Fraktionsvorsitzender bringt seine Erfahrung als Vermessungstechniker und langjähriger Landtagsabgeordneter ein und betont die Verankerung der Partei im ländlichen Raum. Die Partei geht nach den Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit stolzgeschwellter Brust in die Wahl – ob sie auch Nord Stream 2 wieder ans Netz bringen kann?

Für die CDU sieht die Lage gänzlich anders aus: Ein Desaster kündigt sich an, denn es droht sogar das Ausscheiden aus dem Parlament in Schwein. Der weithin unbekannte Rostocker Politikwissenschaftler und Landesvorsitzende Daniel Peters positioniert sich als christdemokratischer Vertreter der politischen Mitte und wirbt mit Themen wie Wirtschaft und Sicherheit – ob an seinem politischen Schicksal auch das von Bundeskanzler Friedrich Merz hängt, wird sich zeigen.

Die amtierende Bildungsministerin Simone Oldenburg hält die Fahne der Linken hoch und ist noch stellvertretende Ministerpräsidentin. Sie ist eine erfahrene Lehrerin und Schulleiterin, setzt als Spitzenkandidatin vor allem auf Bildungspolitik und soziale Gerechtigkeit.

Bei den Grünen übernahm die Bundestagsabgeordnete Claudia Müller die Spitzenkandidatur nach internen Veränderungen und setzt auf "Klimaschutz" sowie andere "zukunftsorientierte Themen" für den möglichen Wiedereinzug – besonders gut sieht es dabei derzeit nicht aus für die olivgrünen NATO-Krieger im Nordosten.

Eine Doppelspitze tritt auch für das BSW an: Peter Schabbel, der Landesvorsitzende und Heilpraktiker mit Hintergrund in der Pflege, legt den Schwerpunkt auf Gesundheitspolitik und Frieden und wirbt für eine soziale Alternative jenseits der etablierten Parteien. Sabine Firnhaber, Landwirtin und Unternehmerin mit Erfahrung aus den Bauernprotesten, ergänzt das Duo und bringt praktische Expertise aus der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum ein. Ob die Partei vom Aufwind der Bundespartei in den letzten Wochen profitieren kann, wird sich zeigen.

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