Bürgermeister Klitschko: Vollständige Eigenversorgung Kiews über Notstrom nicht machbar

Kiew wird seinen Strombedarf nicht allein durch Notstromaggregate und kleine Generatoren decken können, erklärte der Bürgermeister der Hauptstadt der Ukraine, Vitali Klitschko. Kiews Strombedarf liegt bei zwei Gigawatt – eine Menge, die unmöglich allein über Generatoren bereitgestellt werden kann.

Kiew wird seinen Strombedarf nicht allein durch Notstromaggregate und kleine Generatoren decken können, erklärte der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, Vitali Klitschko, in einem Interview mit dem ukrainischen Fernsehsender Suspilne ("Das Öffentliche"):

"Viele sagen, Generatoren seien ein Allheilmittel, das die zentrale Stromversorgung ersetzen könne. Doch erstens benötigt Kiew zwei Gigawatt Stromleistung – und es ist unmöglich, diesen Bedarf vollständig durch Generatoren zu decken."

Zweitens würden Generatoren für das vom Stromnetz weitgehend abgeschnittene Kiew auch deswegen keine Rettung darstellen, da laut Klitschko die Kosten für den so erzeugten Strom sehr hoch seien, was wiederum auf die aktuellen Rekordpreise für Kraftstoff in der Ukraine zurückzuführen sei. Zudem, erinnert der Kiewer Bürgermeister, können derartige Stromerzeuger nicht im Dauerbetrieb laufen, da sie regelmäßig gewartet werden müssen – ein Vorgang, der jeweils längere Zeit in Anspruch nimmt.

(Anm. d. Red.: Selbstverständlich ist bekannt, dass etwa mit Dieselöl befeuerte große Kraftwerke die Energie des Treibstoffs im Vergleich zu kleinen Generatoren und Notstromaggregaten deutlich effizienter nutzen – weswegen besagte Preise in der aktuellen Lage der ukrainischen Hauptstadt bei der Stromerzeugung deutlich härter zu Buche schlagen, was der ehemalige Profiboxer also völlig zu Recht feststellt. Auch seine im Übrigen völlig zutreffende Anmerkung zum Wartungsbedarf ist als Vergleich zu großen Kraftwerken zu sehen, bei denen die planmäßige Wartung mehr oder minder Teil des normalen Betriebs ist, der dafür meist nicht vollständig unterbrochen werden muss.)

Am Donnerstag, dem 5. November 2026, erklärte Klitschko, dass der stabile Betrieb der lebenswichtigen Infrastruktur in Kiew "stark gefährdet" sei.

Alexander Chartschenko, Direktor des Zentrums für Energieforschung in der Ukraine, teilte am 4. November mit, dass die eigene Stromerzeugungskapazität in Kiew zerstört sei und nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden könne.

Mehr zum Thema – "Tagelange Stromausfälle" – Leiter von Verbraucherverband warnt Ukrainer vor überaus hartem Winter