Nach Gewaltserie an polnischen Schulen: Regierung mobilisiert 24.000 Polizisten

Nach Messerangriffen an polnischen Schulen und Online-Drohungen hat die Regierung in Warschau 24.000 Polizisten zur Gewährleistung der Sicherheit mobilisiert. Im Rahmen der verschärften Maßnahmen wurden landesweit fast 80.000 Kontrollen an Schulen durchgeführt.

Nach einer Reihe von Messerangriffen an Schulen und Online-Drohungen hat Polen landesweit mehr als 20.000 Polizeibeamte im Einsatz. Die umfassende Sicherheitsaktion führte bereits zu mehr als hundert Festnahmen.

Die Sofortmaßnahmen folgten auf drei Messerangriffe innerhalb von vier Tagen, bei denen ein Mensch ums Leben kam und mehr als ein Dutzend Personen verletzt wurden. Im Internet kursierende Drohungen mit weiterer Gewalt sorgten für große Unruhe, woraufhin einige Schulen den Unterricht aussetzten und Eltern ihre Kinder zu Hause behielten.

Die Polizei gab am Montag bekannt, dass Beamte fast 80.000 Kontrollen in Bildungseinrichtungen durchgeführt, 135 Personen festgenommen und 311 mutmaßliche Straftaten registriert hätten.

"Polizeieinsätze zur Gewährleistung der Sicherheit von Kindern, Jugendlichen und allen Mitarbeitern von Bildungseinrichtungen laufen in ganz Polen weiter", teilte die Polizeihauptdirektion mit und fügte hinzu, dass Beamte Online-Drohungen rund um die Uhr überwachten.

Innenminister Marcin Kierwiński ordnete den landesweiten Einsatz am Sonntag an und verstärkte die Patrouillen in und um Schulen. Er bestätigte, dass 24.000 Beamte mobilisiert wurden. "Es wird keinerlei Toleranz gegenüber Angriffen auf polnische Kinder geben, ebenso wenig gegenüber einem Abgleiten des öffentlichen Lebens in die Anarchie", sagte Kierwiński dem Staatssender TVP Info.

Die Polizei nahm zudem Jugendliche fest, die im Verdacht stehen, Angriffe geplant oder Gewaltandrohungen im Internet veröffentlicht zu haben. In einem Fall entdeckten Ermittler, dass ein Junge seine Schule im Online-Spiel Roblox nachgebaut und Angriffe auf Mitschüler simuliert hatte. Nach Angaben der Polizei wurden in seinem Besitz eine Schusswaffe, Munition und Messer gefunden.

Der Sicherheitseinsatz folgt auf drei Messerangriffe innerhalb von weniger als einer Woche. Am Mittwoch griff ein 19-Jähriger an einer Berufsschule in Ostrołęka, nördlich von Warschau, Schüler, Lehrer und Passanten an und verletzte neun Personen, bevor er festgenommen wurde.

Am darauffolgenden Tag erstach ein 15-jähriger ehemaliger Schüler – ausgestattet mit einer am Helm montierten Kamera – in Leszczydół-Nowiny (nordöstlich der Hauptstadt) einen Hausmeister und verletzte zwei Lehrkräfte.

Am Samstag wurden bei einer weiteren Messerattacke an einer Bildungseinrichtung in Warschau drei Personen verletzt. Eine Frau wurde im Zusammenhang mit dem Angriff festgenommen.

Auf die Gewalttaten folgte eine Welle von Drohungen in den sozialen Medien, die eine "Blutiger Freitag"-Kampagne gegen Schulen ankündigten und die Ängste in der Bevölkerung weiter schürten.

Ministerpräsident Donald Tusk warnte vor einer wachsenden "Faszination für Gewalt" unter Jugendlichen und bezeichnete dies als besorgniserregenden Trend – sowohl in Polen als auch weltweit.

Die Behörden erklärten jedoch, die Ermittler hätten keine Hinweise auf eine Koordinierung der Angriffe gefunden. Zudem warnten sie davor, dass im Internet kursierende Falschinformationen und unbestätigte Drohungen zur Panik in der Bevölkerung beitrügen.

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