Ungarns Parlament hat am Montagmorgen die Immunität des Regierungschefs Péter Magyar aufgehoben, um der Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts eines Handydiebstahls zu ermöglichen.
Magyar selbst bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Nach der Darstellung der Ermittler geht es um einen angeblichen Vorfall, der sich im September 2024 ereignete, als der ungarische Ministerpräsident als Abgeordneter des Europäischen Parlaments Immunität vor Strafverfolgung genoss. Der Politiker soll in einem Budapester Nachtklub das Mobiltelefon eines anderen Gastes entwendet haben.
Was über den Vorfall feststeht, ist, dass Magyar am 26. September 2024 in einem Klub in Budapest von einem Mann ungefragt mit dem Smartphone gefilmt wurde. Nach einem Streit entriss Magyar das Handy, steckte es ein und weigerte sich, es zurückzugeben. Später warf er das Gerät in die Donau. Das Telefon wurde später von Polizeitauchern funktionstüchtig geborgen und dem Eigentümer zurückgegeben.
Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat rechtlich als Diebstahl ein. Dass Magyar das Telefon nicht behalten, sondern vernichten beziehungsweise entsorgen wollte, stehe dem nicht entgegen, da er einem Eigentümer gleich unberechtigt über das Schicksal des Geräts entschieden hat.
Magyar bezeichnete den Mann als "bezahlten Provokateur der Fidesz-Partei" und gab an, nach verbalen Bedrohungen gegen seine Familie die Geduld verloren zu haben. Später entschuldigte er sich für den Fehltritt und beantragte schließlich selbst die Aufhebung seiner Immunität, um die Vorwürfe gerichtlich zu klären.
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