Saudi-Arabien nimmt Ölverladungen in Yanbu wieder auf – Pipeline läuft noch unter voller Kapazität

Nach einem Angriff auf eine Pipeline kam die Verschiffung von Rohöl über das Rote Meer durch Saudi-Arabien zum Erliegen. Der Hafen in Yanbu stellt für Saudi-Arabien die Alternativroute für Öl-Transporte über die Straße von Hormus dar. Nun wird der Betrieb wieder hochgefahren.

Saudi-Arabien hat die Rohölverladungen am Rotmeerhafen Yanbu wieder aufgenommen. Laut Handelsquellen, Schifffahrtsdaten und Berichten des Wall Street Journal begannen die Verladungen am Sonntag, nachdem die beschädigte Ost-West-Pipeline teilweise repariert und getestet worden war. Saudi Aramco informierte Kunden am Montagabend über den Ladeplan für Oktober.

Anlass der Unterbrechung waren Drohnenangriffe Mitte September auf Pumpstationen der rund 1.200 Kilometer langen Ost-West-Pipeline (auch Petroline genannt). Saudi-Arabien stellte den Betrieb am 11. September ein und machte irakische Milizen verantwortlich. Damit kamen auch die Rohölexporte über Yanbu zum Erliegen. Die Leitung verbindet die Fördergebiete am Persischen Golf mit der Westküste und erlaubt Exporte, ohne die Straße von Hormus zu passieren – eine Route, die nach den Störungen im Golf seit dem Frühjahr 2026 für Riad deutlich wichtiger geworden war. Vor dem Angriff flossen über die Pipeline nach unterschiedlichen Angaben rund 4 bis 5,5 Millionen Barrel pro Tag; die Nennkapazität liegt bei etwa 7 Millionen Barrel.

Der Pipelinebetrieb wurde am 22. September wieder aufgenommen, zunächst mit geringer Förderleistung. Das Öl ging zuerst an Raffinerien an der saudischen Westküste. Aramco wollte ausreichende Mengen im Hafen ansammeln, bevor damit Tanker beladen wurden. Satellitenbilder der ESA vom 27. September zeigten laut TankerTrackers.com Verladungen von knapp zehn Millionen Barrel Rohöl in Yanbu und am südlich gelegenen Terminal Al Muajjiz sowie weitere Produktverladungen; in der Region wurden rund 40 Tanker gezählt. Handelsquellen schätzten die Rohölverladungen in Yanbu seit vergangener Woche auf etwa zwei Millionen Barrel täglich.

Der Durchsatz der Pipeline liegt nach Quellen des Wall Street Journal derzeit bei rund 3,5 Millionen Barrel pro Tag, ein Teil davon für inländische Raffinerien. Das Analyseunternehmen Kpler schätzt den aktuellen Transport auf etwa 2,65 Millionen Barrel täglich und erwartet in den kommenden Tagen drei bis vier Millionen Barrel. Eine vollständige Rückkehr zum Niveau vor den Angriffen von rund 5,5 Millionen Barrel pro Tag könnte nach Kpler noch etwa einen Monat dauern. Andere Einschätzungen aus der Branche und Sicherheitskreisen sprechen von sechs bis acht Wochen, bis die Leitung wieder mit voller oder nahezu voller Leistung läuft.

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